Propolis Bienenstock Stockluft Forschung

Propolis – weit mehr als Bienenharz

Was Forschung über Propolis, Bienenstockluft und seine Nutzung zeigt

Wenn wir an Propolis denken, denken viele zunächst an Tropfen, Salben oder den charakteristischen harzigen Geruch. Für die Bienen selbst hat Propolis jedoch eine ganz andere Bedeutung.

Sie sammeln Harze aus ihrer Umgebung, bringen sie in den Bienenstock und verarbeiten sie dort weiter. Mit dem entstandenen Propolis verschließen sie kleine Öffnungen und Ritzen und überziehen Teile ihrer Bienenstockumgebung mit einer dünnen Harzschicht.

Was zunächst wie ein einfaches Baumaterial aussieht, erweist sich bei genauerem Hinsehen als ausgesprochen komplex.

In Propolis wurden inzwischen Hunderte unterschiedliche chemische Verbindungen beschrieben. Seine Zusammensetzung verändert sich abhängig von Pflanzenwelt, Region und weiteren Umweltbedingungen. Und auch für die Bienenstockluft ist Propolis interessant: Untersuchungen der TU Dresden zeigten, dass die in der Stockluft identifizierten flüchtigen Verbindungen überwiegend aus Propolis und Bienenwachs stammten.

Was also steckt hinter diesem besonderen Bienenprodukt? Welche Aufgabe erfüllt es im Bienenvolk? Was wissen wir tatsächlich über seine Bedeutung für den Menschen? Und welche Rolle kann Propolis spielen, wenn sich die Bienenstockluft-Saison langsam dem Ende nähert?

Was ist Propolis eigentlich?

Propolis ist ein harzartiges Material, das Honigbienen aus pflanzlichen Ausgangsstoffen herstellen. Dafür sammeln die Bienen Harze und andere pflanzliche Ausscheidungen und bringen sie in den Bienenstock. Dort verarbeiten sie diese pflanzlichen Ausgangsstoffe weiter. So entsteht das komplexe Material, das wir als Propolis kennen. Die Bezeichnung stammt aus dem Griechischen. „Pro“ bedeutet „vor“ und „polis“ „Stadt“. Der Begriff wird daher häufig sinngemäß als „vor der Stadt“ bzw. „Verteidigung der Stadt“ interpretiert. Das passt erstaunlich gut zur Funktion von Propolis im Bienenvolk. Bienen verwenden es unter anderem, um kleine Öffnungen zu verschließen, Oberflächen zu beschichten und die Struktur ihrer Bienenstockumgebung zu verändern. Wissenschaftliche Arbeiten beschreiben Propolis sowohl als physische Barriere als auch als Material mit antimikrobiellen Eigenschaften.

Wussten Sie schon?

Die häufig im Internet wiederholte Angabe, Propolis bestehe immer aus bestimmten festen Prozentanteilen Harz, Wachs, Pollen und ätherischen Ölen, sollte mit Vorsicht betrachtet werden. Eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit zur Authentifizierung und Standardisierung von Propolis weist ausdrücklich darauf hin, dass solche pauschalen Prozentangaben nicht als universelle Zusammensetzung von Propolis verstanden werden sollten. Botanische, geografische und ökologische Unterschiede können erheblich sein.

Forschung aus Großbritannien

Untersuchungen aus Großbritannien zeigen, dass sich die Zusammensetzung von Propolis je nach Herkunft unterscheiden kann. Forschende um Saleh, Zhang, Fearnley und Watson verglichen neun Propolisproben aus verschiedenen Regionen des Vereinigten Königreichs mithilfe hochauflösender Flüssigchromatographie und Massenspektrometrie. Dabei zeigten sich bei verschiedenen Bestandteilen Unterschiede in ihrer relativen Häufigkeit.

Die Umgebung des Bienenvolkes hinterlässt einen chemischen Fingerabdruck im Propolis.

Propolis-Forschung rund um die Welt

Türkei: 61 flüchtige Verbindungen in acht Regionen

Eine 2024 veröffentlichte türkische Untersuchung analysierte Propolisproben aus acht türkischen Regionen.

Insgesamt identifizierten die Forscher 61 flüchtige Verbindungen. In den einzelnen Proben wurden zwischen 29 und 41 gefunden.

Die größte Gruppe bildeten Terpene. Zu den häufig nachgewiesenen Stoffen gehörten unter anderem α-Pinen, β-Pinen, 3-Caren und Limonen.

Gleichzeitig unterschieden sich die untersuchten Propolisproben deutlich voneinander.
Das zeigt sehr anschaulich: Selbst innerhalb eines Landes kann Propolis kein vollkommen einheitliches Naturprodukt sein.

Qualitätsmerkmal 2

Ein geeigneter Standort

Nicht jeder Standort ist gleichermaßen für eine Bienenstockluft-Anwendung geeignet. Der Platz sollte so gewählt werden, dass die Bienenvölker möglichst ungestört ihren natürlichen Tätigkeiten nachgehen können. Gleichzeitig benötigen die Anwender eine sichere, ruhige und geschützte Umgebung. Je nach Aufbau kann die Anwendung in einem Therapiehaus, einem separaten Raum oder an einem speziell eingerichteten Platz in der Nähe der Bienenstände stattfinden. Wichtig ist eine klare räumliche Trennung zwischen den Menschen und den frei fliegenden Bienen.
Ein geeigneter Standort berücksichtigt unter anderem:

  • einen sicheren Zugang,
  • ausreichend Abstand zum direkten Flugbereich,
  • Schutz vor Regen, Wind und intensiver Sonneneinstrahlung,
  • eine gute Belüftung des Aufenthaltsbereichs,
  • einen ruhigen Ablauf ohne unnötige Störungen,
  • sowie die geltenden örtlichen Anforderungen an Bienenhaltung und Besucherverkehr.


Auch die Bedürfnisse der Bienen müssen bei der Gestaltung berücksichtigt werden. Fluglöcher dürfen nicht blockiert werden. Die natürliche Belüftung des Bienenstocks und die Arbeit der Bienen dürfen durch die Anwendung nicht beeinträchtigt werden.

Best Practise

Der Anwendungsplatz sollte bereits vor Beginn der Saison vollständig eingerichtet, geprüft und sicher zugänglich sein. Betreiber sollten außerdem festlegen, wie Anwender den Platz betreten und verlassen, ohne die Flugwege der Bienen zu kreuzen.
Geeigneter und sicher gestalteter Standort für eine professionelle Anwendung

Qualitätsmerkmal 3

Ein fachgerecht installiertes System

Eine professionelle Anwendung erfordert ein System, das die Bienenstockluft kontrolliert aus dem Bienenstock zum Anwender führt, ohne dass Bienen in den Atemweg gelangen können. Beim beecura® System wird die Luft über einen speziell vorgesehenen Aufbau aus dem Bienenstock geführt. Der Luftweg umfasst je nach Konfiguration unter anderem den Beutendeckel, das Inhalationssystem, Filter, einen beheizten Atemschlauch, ein Ventil und eine Atemmaske.
Alle Bestandteile müssen korrekt miteinander verbunden sein. Vor jeder Anwendung sollte geprüft werden, ob:

  • das System vollständig und unbeschädigt ist,
  • die Anschlüsse fest sitzen,
  • die Luftwege frei sind,
  • die Filter korrekt eingesetzt wurden,
  • das Ventil ordnungsgemäß funktioniert,
  • der Atemschlauch sauber und einsatzbereit ist,
  • und keine Feuchtigkeit oder sichtbare Verunreinigung vorhanden ist.


Eine eigenmächtige Veränderung des Systems oder die Verwendung nicht geeigneter Bauteile kann den vorgesehenen Luftweg und die Sicherheit der Anwendung beeinträchtigen.

Best Practise

Vor dem ersten Termin des Tages sollte eine vollständige Sicht- und Funktionsprüfung erfolgen. Auffälligkeiten werden dokumentiert und behoben, bevor das System erneut verwendet wird.
Vereinfachte Darstellung des Luftwegs beim beecura System vom Bienenstock bis zur Atemmaske

Qualitätsmerkmal 4

Konsequente Hygiene und klar zugeordnete Ausstattung

Hygiene ist ein zentraler Bestandteil jeder professionellen Bienenstockluft-Anwendung. Alle Teile, die direkt oder indirekt mit der Atemluft beziehungsweise dem Anwender in Kontakt kommen, müssen nach den vorgesehenen Hygiene- und Wechselintervallen behandelt werden. Dazu gehören insbesondere Atemmasken, Ventile, Membranen, Schlauch und Filter. Beim beecura® System erhält jeder Anwender eine individuell zugeordnete Zubehörbox. Diese enthält die für die persönliche Anwendung vorgesehenen Bestandteile und verhindert, dass patientennahe Zubehörteile zwischen verschiedenen Personen ausgetauscht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Membranen im Ventil. Sie müssen entsprechend der vorgesehenen Nutzungsintervalle gewechselt werden. Auch Filter und andere Verbrauchsteile müssen regelmäßig kontrolliert und fristgerecht ersetzt werden. Eine professionelle Hygieneroutine umfasst:

  • eindeutig zugeordnete Zubehörboxen,
  • saubere und geschützte Lagerung,
  • Reinigung nach den Herstellerangaben,
  • regelmäßigen Wechsel der vorgesehenen Verbrauchsteile,
  • Händehygiene vor der Vorbereitung des Systems,
  • sowie eine schriftlich festgelegte Vorgehensweise für Reinigung und Kontrolle.

Beschädigte, verschmutzte oder nicht eindeutig zugeordnete Bestandteile sollten nicht eingesetzt werden.

Best Practise

Jede Zubehörbox wird mit dem Namen oder einer eindeutigen Kennzeichnung des Anwenders versehen. Die durchgeführten Anwendungen und der Wechsel von Membranen oder anderen Verbrauchsteilen werden nachvollziehbar dokumentiert.

Qualitätsmerkmal 5

Eine klar festgelegte Anwendungsdauer

Eine professionelle Anwendung folgt einem klaren zeitlichen Rahmen.
Für Erwachsene beträgt die reguläre Anwendungsdauer 30 Minuten. Bei Kindern beträgt die Anwendungsdauer 20 Minuten. Diese Zeitvorgaben berücksichtigen nicht nur den Ablauf für den Menschen, sondern auch die Belastung der beteiligten Bienenvölker. Die Entnahme von Bienenstockluft sollte zeitlich begrenzt und kontrolliert erfolgen. Eine längere Anwendung ist deshalb nicht automatisch eine bessere Anwendung. Bei der Arbeit mit zwei Bienenvölkern wird die vorgesehene Zeit in der Regel gleichmäßig auf beide Völker verteilt:

  • Erwachsene: insgesamt 30 Minuten, üblicherweise 15 Minuten pro Bienenvolk,
  • Kinder: insgesamt 20 Minuten, üblicherweise 10 Minuten pro Bienenvolk.

Der Wechsel zwischen zwei Völkern trägt dazu bei, die Beanspruchung des einzelnen Bienenvolkes zu begrenzen und eine fachgerechte Durchführung zu unterstützen.
Die Anwendungsdauer sollte nicht eigenständig verlängert werden. Besondere gesundheitliche Fragestellungen oder Abweichungen vom üblichen Ablauf gehören in die Verantwortung einer medizinisch qualifizierten Fachperson.

Best Practise

Die Anwendungszeit wird mit einer zuverlässigen Zeiterfassung kontrolliert. Beginn, Wechsel des Bienenvolkes und Ende der Anwendung sollten klar strukturiert sein.
Anwendungsdauer der Bienenstockluft für Erwachsene und Kinder bei zwei Bienenvölkern

Qualitätsmerkmal 6

Der Einsatz von zwei Bienenvölkern

Für einen professionellen Bienenstockluft-Platz werden zwei geeignete Bienenvölker empfohlen.
Der Einsatz von zwei Völkern verfolgt mehrere Ziele. Er ermöglicht es, die Anwendungszeit auf zwei Bienenstöcke zu verteilen und dadurch die Beanspruchung eines einzelnen Volkes zu reduzieren. Gleichzeitig können die Bedingungen in den Völkern unterschiedlich sein. Wetter, Volksstärke, Brutaktivität und Sammelverhalten beeinflussen die Situation im Bienenstock.
Die Nutzung von zwei Völkern trägt deshalb zu einem ausgewogenen und sicheren Ablauf bei.
Wichtig ist, dass beide Bienenvölker unabhängig voneinander fachgerecht betreut und regelmäßig kontrolliert werden. Ein zweites Volk ist kein Ersatz für ein schwaches oder ungeeignetes erstes Volk. Beide Völker müssen die Voraussetzungen für die Anwendung erfüllen.

Best Practise

Die beiden Völker werden klar gekennzeichnet und nach einem festgelegten Ablauf genutzt. Der Betreiber dokumentiert, welches Volk wann eingesetzt wurde und ob bei der Kontrolle Besonderheiten aufgefallen sind.
Zwei Bienenvölker für eine ausgewogene und bienengerechte Bienenstockluft-Anwendung

Qualitätsmerkmal 7

Qualifizierte und gut vorbereitete Betreiber

Auch ein hochwertiges technisches System kann nur dann sicher eingesetzt werden, wenn die verantwortlichen Personen den Aufbau, die Abläufe und die Grenzen der Anwendung verstehen.
Betreiber benötigen Kenntnisse in mehreren Bereichen:

  • Funktionsweise des verwendeten Systems,
  • korrekter Aufbau und Funktionskontrolle,
  • Hygiene und Wechselintervalle,
  • Vorbereitung und Begleitung der Anwender,
  • Verhalten bei technischen Auffälligkeiten,
  • grundlegendes Verständnis der Bienenvölker,
  • Erkennen von Situationen, in denen eine Anwendung nicht begonnen oder abgebrochen werden sollte,
  • sowie die klare Abgrenzung zwischen praktischer Begleitung und medizinischer Behandlung.

Eine Schulung sollte deshalb nicht ausschließlich die Bedienung des Geräts erklären. Sie sollte auch das Verhalten gegenüber den Bienen, Sicherheitsabläufe, Hygiene, Erste Hilfe und die organisatorischen Verantwortlichkeiten einbeziehen.

Best Practise

Mindestens eine verantwortliche Person verfügt über eine umfassende Schulung für das System und die Anwendung. Vertretungspersonen werden ebenfalls eingewiesen. Arbeitsabläufe und Zuständigkeiten werden schriftlich festgehalten.
Fachliche Schulung für Betreiber einer professionellen Bienenstockluft-Anwendung

Fachlicher Hinweis von Beate McKenzie

„Bei einer Schulung geht es nicht nur darum, wie ein Gerät eingeschaltet und angeschlossen wird. Betreiber müssen verstehen, warum bestimmte Abläufe notwendig sind, wo ihre eigene Verantwortung beginnt und wo sie endet. Besonders wichtig ist mir die klare Trennung zwischen der fachgerechten Durchführung der Anwendung und der Ausübung der Heilkunde. Betreiber begleiten den technischen und organisatorischen Ablauf. Medizinische Beurteilungen und therapeutische Entscheidungen gehören in qualifizierte medizinische Hände.“

Qualitätsmerkmal 8

Das Wohl der Bienen als feste Grundlage

Die Bienen sind nicht nur Teil des Systems, sondern lebende Tiere, deren Wohl jederzeit Vorrang hat. Eine professionelle Bienenstockluft-Anwendung orientiert sich deshalb nicht ausschließlich an den Bedürfnissen der Anwender, sondern ebenso an den natürlichen Anforderungen des Bienenvolkes.
Dazu gehört, Anwendungen an die Entwicklung des Bienenjahres anzupassen und sie bei ungünstigen Bedingungen – beispielsweise bei extremer Witterung, Futtermangel, erhöhter Belastung des Volkes oder notwendigen imkerlichen Maßnahmen – zu verschieben oder auszusetzen. Die Entscheidung, ob eine Anwendung stattfinden kann, richtet sich daher immer auch nach dem Zustand und den Bedürfnissen der Bienenvölker.
Ein verantwortungsvoller Betreiber erkennt, dass nachhaltige Qualität nur dort entstehen kann, wo Mensch und Biene gleichermaßen berücksichtigt werden.

Best Practise

✓ Das Wohl der Bienen hat stets Vorrang vor geplanten Terminen.
✓ Anwendungen werden bei ungünstigen Bedingungen verschoben oder ausgesetzt.
✓ Imkerliche Eingriffe und Ruhephasen der Bienenvölker werden respektiert.
✓ Entscheidungen orientieren sich am Zustand der Bienenvölker und nicht ausschließlich am Terminplan.

Imkerliche Kontrolle eines Bienenvolkes zum Schutz des Bienenwohls bei der Bienenstockluft-Anwendung

Qualitätsmerkmal 9

Zusammenarbeit mit medizinisch ausgebildeten Fachpersonen

Sobald Bienenstockluft im gesundheitlichen oder therapeutischen Zusammenhang eingesetzt wird, steht die sichere Anwendung an erster Stelle. Betreiber einer Bienenstockluft-Station sollten deshalb mit einem medizinisch ausgebildeten Partner zusammenarbeiten. Dies kann beispielsweise ein Arzt oder ein entsprechend qualifizierter Heilpraktiker sein.

Die medizinische Fachperson übt die Heilkunde aus. Sie beurteilt gesundheitliche Fragestellungen, prüft mögliche individuelle Risiken und entscheidet, ob eine Anwendung im konkreten Fall geeignet ist. Der Betreiber der Bienenstockluft-Station übernimmt dagegen die fachgerechte technische und organisatorische Durchführung. Dazu gehören die Vorbereitung des Systems, die Einhaltung der Hygienevorgaben, die Begleitung während der Anwendung und die Dokumentation des Ablaufs.

Diese klare Aufgabenverteilung schützt alle Beteiligten und verhindert, dass technische Betreiber medizinische Bewertungen oder Behandlungsentscheidungen übernehmen, für die sie nicht qualifiziert oder rechtlich befugt sind.

Besonders wichtig ist die medizinische Rücksprache unter anderem bei:

  • bekannten Allergien,
  • bestehenden Atemwegs- oder Lungenerkrankungen,
  • akuten gesundheitlichen Beschwerden,
  • Schwangerschaft,
  • regelmäßiger Medikamenteneinnahme,
  • Anwendungen bei Kindern,
  • sowie bei Unsicherheiten über die individuelle Eignung.

Medikamente sollten aufgrund einer Bienenstockluft-Anwendung nicht eigenständig verändert, reduziert oder abgesetzt werden.

Best Practise

Betreiber entwickeln vor dem Saisonbeginn gemeinsam mit ihrem medizinischen Partner einen klaren Ablauf für gesundheitliche Rückfragen, Kontraindikationen, Notfälle und die Weiterleitung von Anwendern an die zuständige Fachperson.

Qualitätsmerkmal 10

Dokumentation, Qualitätssicherung und Weiterbildung

Professionelle Qualität ist kein einmal erreichter Zustand. Sie muss regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden. Eine nachvollziehbare Dokumentation hilft Betreibern, den Überblick über Anwendungen, Zubehör, Verbrauchsteile, Bienenvölker und technische Kontrollen zu behalten. Je nach Einrichtung können unter anderem folgende Informationen dokumentiert werden:

  • Datum und Dauer der Anwendung,
  • verwendete Bienenvölker,
  • Zuordnung der persönlichen Zubehörbox,
  • Wechsel von Membranen und Filtern,
  • Reinigung und Wartung,
  • technische Auffälligkeiten,
  • besondere Beobachtungen während des Ablaufs,
  • sowie die verantwortliche Begleitperson.

Gesundheitsbezogene Angaben müssen vertraulich behandelt und entsprechend den geltenden Datenschutzanforderungen geschützt werden. Zur Qualitätssicherung gehört außerdem die kontinuierliche Weiterbildung. Die Bienenstockluft-Anwendung entwickelt sich durch neue Praxiserfahrungen, wissenschaftliche Untersuchungen und den internationalen Austausch innerhalb der Apitherapie weiter.

Betreiber sollten daher offen für neue Erkenntnisse bleiben, bestehende Abläufe regelmäßig hinterfragen und ihre Kenntnisse durch Schulungen, Fachveranstaltungen und den Austausch mit anderen Anwendern aktualisieren.

Best Practise

Mindestens einmal jährlich, idealerweise vor Beginn der Bienenstockluft-Saison, werden alle technischen, hygienischen, organisatorischen und sicherheitsrelevanten Abläufe überprüft und aktualisiert.

Qualität entsteht nicht zufällig

Eine professionelle Bienenstockluft-Anwendung beruht nicht auf einem einzelnen Gerät oder einer einzelnen Maßnahme. Erst das verantwortungsvolle Zusammenspiel von gesunden Bienenvölkern, fachgerechter Technik, konsequenter Hygiene, qualifizierten Betreibern und klaren Abläufen schafft die Grundlage für eine sichere und hochwertige Anwendung. Qualität, Verantwortung und Respekt bilden dabei das Fundament einer professionellen Bienenstockluft-Anwendung. Die zehn vorgestellten Qualitätsmerkmale dienen als Orientierung für Betreiber, Imker und medizinische Fachpersonen, die Anwendungen verantwortungsvoll planen, durchführen und kontinuierlich weiterentwickeln möchten.
Die zehn Qualitätsmerkmale einer professionellen Bienenstockluft-Anwendung im Überblick

Weiterführende Informationen

Wer mehr über den wissenschaftlichen Hintergrund der Bienenstockluft erfahren möchte, findet in unserem Beitrag „Bienenstockluft im Fokus der Forschung“ einen Überblick über internationale Forschungsprojekte und wissenschaftliche Untersuchungen.

Für Betreiber und Anwender, die ihre Station auf die laufende Saison vorbereiten oder bestehende Abläufe überprüfen möchten, empfehlen wir außerdem den Beitrag „Die Bienenstockluft-Saison hat begonnen – sind Sie bereit?“ einschließlich der dazugehörigen Checkliste.

Weitere praktische Fragen zur Bienenstockluft beantworten wir im nächsten Beitrag:

Die häufigsten Fragen zur Bienenstockluft – verständlich und praxisnah beantwortet.

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Medizinischer und rechtlicher Hinweis

Die Inhalte dieses Beitrags dienen ausschließlich der allgemeinen Information und fachlichen Orientierung. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlungsempfehlung dar. Die individuelle gesundheitliche Eignung einer Bienenstockluft-Anwendung ist durch einen Arzt, Heilpraktiker oder eine andere entsprechend qualifizierte medizinische Fachperson zu beurteilen. Bestehende Behandlungen oder Medikamente sollten nicht ohne Rücksprache mit der behandelnden medizinischen Fachperson verändert oder abgesetzt werden. Die konkrete Durchführung muss unter Beachtung der Gebrauchsanweisung des verwendeten Systems, der jeweiligen Schulungsinhalte sowie der geltenden gesetzlichen und örtlichen Anforderungen erfolgen.

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